Das Konfliktpotential und der richtige Umgang mit jungen Bewerbern

Gute Mitarbeiter zu gewinnen, ist äußerst wertvoll – doch wie kommt man an diese in der heutigen Zeit ran?
Bewerbungsprozesse haben sich verändert, weil die Generation der Arbeitnehmer nicht mehr die gleiche ist. Es gilt, sich als Arbeitgeber für die Generation Y zu wappnen, welche heutzutage den Großteil junger Bewerber ausmacht. Diese wünscht sich in erster Linie eine sinnhafte Tätigkeit fern von starren Strukturen und strengen Hierarchien. Für den einen oder anderen Betrieb mag dies eine Herausforderung darstellen, nichtsdestotrotz sind junge Bewerber ein wertvoller Gewinn für jedes Unternehmen. Wer als Geschäftsführer aufgeschlossen genug ist, wird schnell merken, wie er von frischem Blut profitieren kann!Flexibilität
Junge Bewerber wünschen sich flexible Arbeitszeiten. Mitunter kann es sein, dass man auf junge Menschen trifft, welche das als „nine to five“ (von 9.00 Uhr morgens bis 17.00 Uhr abends arbeiten, 8-Stunden-Prinzip) hinterfragen oder gar komplett ablehnen. Andererseits reagieren junge Bewerber sehr positiv auf alternative Arbeitszeitengestaltung. Wer sein Ladengeschäft beispielsweise auch samstags betreibt, kann einen Bewerber dieser Art nur gewinnen, wenn er unter der Woche einen Freizeitausgleich anbietet. Dieser wird dankend und mit Freude angenommen, weil Freizeit immer mehr an Stellenwert gewinnt – insbesondere bei jungen Leuten. Karriere interessiert die wenigsten, was sie wiederum zu prima Angestellten macht, die einfach nur ihren Job ausführen möchten, ohne lästigen Konkurrenzkampf zu betreiben.Modernes Arbeiten
Wer seinen Augenoptikbetrieb seit Jahrzehnten erfolgreich führt, wird erstaunt sein, wenn junge Bewerber nicht ans Telefon gehen, sondern nur noch per Whatsapp antworten oder die das Fehlen einer firmeneigener Homepage kritisieren, über die man sich vorab schon einmal über die Tätigkeit hätte informieren können. Junge Bewerber sind moderne Kommunikation aus dem privaten Bereich gewohnt und erwarten diese auch im beruflichen Umfeld. Für Arbeitgeber stellt dies die einmalige Chance dar, sich neuen Technologien zu öffnen und die Arbeitsweise zu modernisieren – denn wer sich bis jetzt schwer damit tat, kann auf die tatkräftige Unterstützung seines jungen Mitarbeiters zählen. Dieser löst Probleme in null Komma nichts und spart seinem Chef das Geld, welches ansonsten für einen Spezialisten hätte ausgegeben werden müssen.

Hohe Freiheitsorientierung
Starre Strukturen und isolierte Arbeitsplätze schrecken junge Bewerber in erster Linie ab. Sie haben Angst davor, sich nicht weiterentwickeln zu können und am Arbeitsplatz zu vereinsamen. Natürlich sind zukünftige Mitarbeiter an Ladenöffnungszeiten des Geschäfts gebunden, allerdings sorgt ihr Freiheitsdrang dafür, dass sie liebend gerne kleinere Besorgungen für das Team erledigen werden und man sie durch ein attraktives Aufgabenfeld für sich gewinnen kann. Alles was nach Abenteuer klingt, macht Lust auf mehr: Die Schulung beim Spezialisten vor Ort, der jährliche Betriebsausflug, Präsentationen auf Fachkongressen etc…

Leistungsbereitschaft und Weiterbildung
Die Generation Y hasst Stillstand – was man sich als Arbeitgeber prima zu Nutze machen kann, indem man auf Weiterbildungsmaßnahmen besteht und kontinuierlich in seine jungen Mitarbeiter investiert. Diese werden die fachliche Unterstützung bereitwillig annehmen, da sie es gewohnt sind, sich ständig selbst zu optimieren und sich gerade am Anfang einer beruflichen Laufbahn weiterentwickeln wollen. Um den Hintergrund zu verstehen: Die Generation Y hat das volle Ausmaß einer Wohlstandsgesellschaft abbekommen (woran es auch liegt, dass man ihnen nachsagt, sie seien verwöhnt) – damit aber auch das der Leistungsgesellschaft, die daraus resultiert. Der Konkurrenzkampf ist härter geworden und nur wer Leistung zeigt, kann sich auf dauerhaften Wohlstand und einen sicheren Arbeitsplatz freuen.

Flache Hierarchien
Strenge Hierarchien sind bei jungen Bewerben out – hören sie, dass es im Unternehmen steif zugeht, kann das ein Grund dafür sein, weiterzusuchen und sich bei anderen Arbeitgebern zu bewerben. Was jedoch nicht bedeutet, dass sie nicht wissen, wo sie bei einer Einstellung stehen. Im Gegenteil: sie lernen gerne von Älteren – nur wenn derjenige ständig herausstellt und den Bewerber oder Mitarbeiter spüren lässt, wie viel älter und weiser er ist, kann es schnell als störend bzw. lästig empfunden werden.
Mit der Frage nach der Sinnhaftigkeit geht auch die Suche nach Respekt und Wertschätzung einher. Junge Bewerber möchten mit offenem Armen aufgenommen werden und fügen sich am besten in ein Arbeitsumfeld ein, wenn in diesem flache Hierarchien herrschen.

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